Unser nächstes Ziel war eigentlich Pakse, was ca. 800km südlich von Vang Vieng liegt. Da uns diese Strecke dann doch ein bisschen lang vorkam, haben wir erstmal nur einen Bus nach Vientiane gebucht. Vientiane ist die Hauptstadt Laos und zum Glück nur knapp 4 Stunden von Vang Vieng entfernt. Weil es schon morgens um 9 losging, waren wir dann auch schon um 1 Uhr mittags dort und hatten somit noch 1 1/2 Tage um die stark französisch geprägte Stadt zu erkunden (für alle die es noch nicht wissen, Laos war früher mal eine französische Kolonie, was auch zu dem Überschuss an Baguette heutzutage geführt hat...).
Als erstes haben wir uns dann auf den Weg zum COPE Visitor Center gemacht, der einen nochmal ein bisschen über die laotische Geschichte aufklärt.
Laos ist nämlich das am stärksten bombardierte Land nach Einwohnerzahl. Im sogenannten 'Secret war' der USA wurden über 580.000 'bombing missions' geflogen, das heißt theoretisch wurde über 9 Jahre hinweg alle 8 Minuten eine 'mission' geflogen. Insgesamt wurden mehr als 2millionen Tonnen abgeworfen! Das macht den Laoten heute noch zu schaffen, da knapp 30% nicht explodiert sind. Viel Land ist deswegen nicht benutzbar und viele Einheimische leben tagtäglich mit der Angst, dass doch noch ein sogenanntes 'bombie' explodiert. Heutzutage kommt es jährlich immer noch zu ca. 100 neuen Verletzten aufgrund der Landminen. Viele verlieren Bein oder Arm und die schlechte Gesundheitsversorgung verbessert die Situation auch nicht grade. Besonders Kinder denken sind betroffen, da sie solche 'bombies' mit Spielzeug verwechseln.
Das alles haben wir also in dem Visitor Centre erklärt bekommen, sehr interessant aber teilweise auch echt schockierend!
Im Anschluss haben wir uns dann Richtung Victory Gate (oder auch Patuxai genannt) gemacht, eine Art kleiner 'Arc de Triomphe', mal wieder merkt man den französischen Einfluss.
Nach einem kurzen Zwischenstopp im Hostel gings dann wieder mal auf einen Nachtmarkt, der echt riesig war!
Am nächsten Tag stand dann auch schon wieder die Weiterreise nach Pakse an, da wir aber einen Nachtbus für die immer noch lange Strecke gebucht haben, hatten wir noch fast den ganzen Tag Zeit. Um ein bisschen mobiler zu sein, haben wir uns heute Fahrräder ausgeliehen (man muss aber echt sagen, die Fahrräder hier entsprechen nicht so ganz unseren Vorstellungen hahha...) und die Stadt noch ein bisschen weiter erkundet.
Dann waren wir aber auch froh, als der Bus uns an unserem Hostel eingesammelt hat, die 1 1/2 Tage hier haben uns dann auch gereicht...
Erstes Transportmittel war ein 'Openair-Bus' (zum Glück nur für 20min), der uns zum Busbahnhof brachte, dort hat der Sleeping Bus schon bereit gestanden. Der Bus war ein Doppeldecker und auf jeder Seite des Gangs war ein kleines Bett, was eigentlich garnicht so ungemütlich aussah. Auf geht's zur Platzsuche, erstmal Treppe hoch. Langsam haben wir schon gemerkt, es liegen ja immer 2 Leute in einem Mini-Bett?! Und dann stehen wir auch schon vor unserem Platz und ja es teilen sich wirklich immer 2 Personen ein Mini Bettchen... Das wird vielleicht doch nicht so gemütlich, wie anfangs gedacht. Gut dass wir zu zweit sind und uns das Bett nicht mit jemand Wildfremden teilen müssen. Das musste schon ein lustiger Anblick sein, wir zusammen gequetscht in einem Bett mit Blümchenbezug und Leopardenbettdecke.
12 Stunden später sind wir dann in Pakse angekommen, jetzt stand Unterkunftssuche an. Bevor wir aber in der Innenstadt angekommen sind, haben wir noch eine Tuk-Tuk Tour durch gefühlt ganz Pakse gemacht. Ein Local nach dem anderen wurde rausgelassen und als der Fahrer sich dann auch mit einer neuen Sonnenbrille ausgestattet hatte, wurde sich auch unserer erbarmt.
Zumindest ging die Guesthouse Suche schnell, schon nach 5 Minuten hatten wir für grade mal 2,50€ pro Person ein 2er Zimmer mit Frühstück rausgehandelt. Nach einem ausgiebigen Frühstück und einem kleinen Schläfchen (die Busfahrt war dann doch nicht sooo erholsam) schwangen wir uns mal wieder auf den Roller. Unser Ziel: Wat Phu! Eine Tempelruine die Vorbild für Angkor Wat war (die beiden Tempelkomplexe waren früher auch mal durch eine Straße verbunden). Das Weltkulturerbe wird von allen Reiseführern hoch angepriesen und das wollten wir uns nicht entgehen lassen. Bis wir davor standen und 50.000Kip von uns verlangt wurden. Das sind ganze 2 Übernachtungen!!! Aber gut, jetzt waren wir schon mal da und entschlossen uns den Eintritt zu bezahlen (schade, dass wir nicht Laotisch sind, dann hätte uns das ganze weniger als die Hälfte gekostet...). Die Anlage an sich war echt ganz cool, aber viel erhalten war leider nicht. Von dem Berg aus, der anscheinend heilig ist und wo der eigentliche Tempel stand, hatte man auch eine schöne Aussicht! Und auch die gesamte Atmosphäre dort war irgendwie cool, aber leider war es nicht 50.000Kip wert.
Der darauffolgende Tag bestand aus einer Tour zum Bolavenplateau. Erster Stopp war der Tad Fane Wasserfall, einer über 100m hoher Zwillingswasserfall und somit auch der größte in Laos. Echt eindrucksvoll!
Da das Bolaven Plateau nicht nur berühmt für seine Wasserfälle ist, sondern auch besonders für seinen Kaffee, haben wir uns auf die Suche nach einer Kaffeeplantage gemacht, leider ohne Erfolg. Letztendlich sind wir in Paksong gelandet und haben super günstig in einer Markthalle gegessen. Wir waren dort echt die Attraktion als die einzigen Touristen, jeder hat uns angestarrt, angelächelt und wollte dass wir bei ihnen unser Lunch kaufen. Auf dem Rückweg haben wir dann noch in einem Art Cafe Stopp gemacht und den selbstangebauten Kaffee und Tee probiert. Außerdem haben wir noch einen Holländer getroffen, der schon seit 12 Jahren hier lebt und uns ein bisschen über das Leben da erzählen konnte.
Das wars auch schon mit unsere Pakse-Experience am nächsten Tag gings dann schon weiter zu den 4000-islands, um die letzten Tage in Laos nochmal entspannen zu können.
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